Daniel Krueger mit Albrecht Woeste und Jan Antony Vogel

Cui bono – Das Sterben der Rennvereine, oder die Privatisierung der noch vorhandenen?

Was geht vor in der Führungsetage des deutschen Rennsport?

Wer kocht welches Süppchen?

Cui bono – Das Sterben der Rennvereine, oder die Privatisierung der noch vorhandenen?

Der aktuelle Vorgang – Galopprennbahn Niederrad, könnte zu einer „Sternstunde“ im deutschen Galopprennsport werden. Da wird/soll eine 150 Jahre alte Galopprennbahn von der Standortkarte getilgt werden und alle schauen zu und bekommen zunächst gegenüber der Öffentlichkeit nicht die Zähne auf! Erst durch eine Presseanfrage vom 11ten März 2014 entfalten die Organisationen Aktivitäten und äußern sich eine Woche später am 18ten März 2014. Unterschriftstermin zwischen der Stadt Frankfurt/Main und dem Deutschen Fußball Bund (DFB) so ist aus gut unterrichten Kreisen zu erfahren, ist der 21ten März 2014. Es bleiben keine 72 Stunden mehr, den Galopprennsport am Standort Frankfurt/Main vor dem Aus zu bewahren.

Dem Spitzenverband Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. (DVR), der Besitzervereinigung für Vollblutzucht- und Rennen e.V. (BV) und dem Rennklub Frankfurt/Main e.V. (RKF) wurde jeweils eine Interviewanfrage gesandt mit dem Tenor: „Wie der Frankfurter Presse vom 11ten März 2014 (FAZ, Bild Frankfurt/Main) zu entnehmen ist, hat die Stadt Frankfurt wohl unter Zustimmung des Frankfurter Renn-Klub 2010 e.V. dem DFB einen Erbpachtvertrag angeboten, dessen Umsetzung zur Einstellung aller galoppsportlichen Aktivitäten in Niederrad nach einer 150jährigen Tradition führen wird. Nachfolgende Fragen möchte ich Ihnen stellen:

·         Wie stellt sich DVR/BV/RKF. zu dieser Nachricht?

·         War DVR/BV/RKF in die Vorgänge eingebunden, oder trifft die Nachricht sie unvorbereitet?

·         Will DVR/BV/RKF für den Erhalt der Niederräderbahn aktiv werden?

·         Wenn ja könnte eine Übernahme der Anlage durch DVR und Besitzervereinigung nach Britischen Vorbild (Jockey-Club Rennbahnen) eine Vision sein, oder

wenn nein warum wird so eine solche strategische Lage in der Mitte von Deutschland für den Rennsport aufgegeben?

Andreas Robert Tiedtke

Andreas Robert Tiedtke

Um das Thema für den Leser abzurunden, nur eine kurze Erinnerung an vorausgegangene Vorgänge aus dem Jahr 2012, da hat zum einen das damalige geschäftsführende DVR- Vorstandmitglied Andreas Robert Tiedtke, gegenüber Margita Prinzessin zu Ysenburg, einer Dame, die dem Galopprennsport in Frankfurt sehr nahe stand, erklärt der Rennplatz Frankfurt müsse/solle von der Karte verschwinden.

Und in dem Moment wo diese Prophezeiung vor der Realisation steht, taucht genau dieser Andreas Robert Tiedtke wieder aus der Versenkung auf, nunmehr von

Manfred Ostermann

Manfred Ostermann

Manfred Ostermann, seines Zeichen Vorstand der BV, als Vorschlag für die vakante Position als Präsident der anstehenden Neuwahlen des Dortmunder-Rennvereins e.V. ins Feld geführt.

Im Jahr 2005 in Baden-Baden hatte Manfred Ostermann Pläne präsentiert, das die BV eine komplett neue Rennbahn in einem anderen Dortmunder Stadtteil erreichten werde. Die Welt vom 31.08.2005 nannte diese Pläne ehrgeizig. Ostermann äußerte sich damals wie folgt: „Wenn die Rennvereine es wirtschaftlich allein nicht können, und der Staat es nicht tut, dann müssen wir uns selbst helfen, um nicht in wenigen Jahren mit unseren Pferden ganz von der Bildfläche zu verschwinden.“ Aus dieser Sorge heraus sei der Gedanke entstanden, eine Rennbahn in eigener Regie zu betreiben. „Unser Arbeitstitel lautet ,Deutsches Sportpferde Zentrum‘, und mit den Vorüberlegungen sind wir sehr weit gekommen“, so Ostermann, aus dieser Nummer ist nie etwas geworden.

Jedoch stellt sich heute die Frage, wenn diese Pläne 2005 bereits soweit fortgeschritten waren, warum hat die BV und Herr Ostermann,der ja noch immer Vorstand der BV ist, und in Zusammenarbeit mit dem DVR, nicht versucht das Konzept auf Frankfurt/Main im Jahr 2013/14 zu übertragen ?

Verwirrender Weise hatte Manfred Ostermann in 2013 verlauten lassen: „die BV wolle eine neuartige Allwetterbahn als Konkurrenz zu Neuss und Dortmund erreichten“. Jetzt scheint es so zu sein, das der Kandidat Andreas Robert Tiedtke darauf angesetzt ist zunächst die Geschicke des Dortmunder Rennvereins zu finalisieren, den Verein entweder zu stabilisieren oder auch aus der Liste der Galopprennsportveranstalter zu streichen, um doch noch die seit 2013 wieder zum Leben erweckte neuartige Allwetterbahn in eigen Regie bauen zu können?

Andreas Robert Tiedtke ist wohl ein Mann mit besonderen Geschicken. Erinneren sie sich an die anderen vollmundigen Worte des Jahres 2012 und das artikulierte Angebot von Andreas Robert Tiedtke das Deutsche Derby notfalls mit seiner eigenen Firma durchzuführen, er wolle dann das Deutsche Derby aus Hamburg holen und der Renn-Club Verein stände damit als Quintessenz quasi vor dem wirtschaftlichen Aus, denn ohne Deutsches-Derby auch keine Derby-Woche und damit kein Rennsport mehr in Hamburg-Horn so die einfache Überlegung.

Über diese Causa hat es eine gehörige Auseinandersetzung zwischen dem DVR und dem Hamburger Renn-Club (HRC) gegeben, der die Beteiligten letztendlich einen mittleren 6stelligen Euro Betrag gekostet hatte und mit einer Erklärung

Daniel Krueger mit Albrecht Woeste und Jan Antony Vogel

Daniel Krueger mit Albrecht Woeste und Jan Antony Vogel

von Albrecht Woeste Präsident des DVR endete, der dem HRC die Vermarktungsrechte bis mindestens 2028 garantiert. An der juristischen Bearbeitung war bereits Jan Antony Vogel Rechtsanwalt aus Neuss auf Seiten des DVR tätig. Jan Antony Vogel wurde zum 1ten April 2013 der direkte Nachfolger des geschäftsführenden Vorstandsmitglied Andreas Robert Tiedtke. Und hier schließt sich so langsam der Kreis. Über Umwege erreichte Galopp-Notizen  noch in dieser Nacht 18ter/19ter März nachfolgende Stellungnahme des DVR:

„Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, der Dachverband für die deutschen Vollblutzüchter und Galopprennbahnen, ist entsetzt, dass die Galopprennbahn Frankfurt dem Bau eines Kompetenzzentrums des Deutschen Fußballbundes geopfert werden soll. Die Galopprennbahn Frankfurt-Niederrad feierte im vergangenen Jahr ihr 150-jähriges Bestehen und ist eine der wichtigsten Galopprennbahnen in Deutschland.

Sie ist die einzige Galopprennbahn im Bundesland Hessen. Galopprennbahnen dienen dem staatlichen Auftrag, Leistungsprüfungen für Rennpferde durchzuführen und sind ein entscheidender Bestandteil der Vollblutzucht. Das Präsidium des Direktoriums hat umgehend nach Bekanntwerden der beabsichtigten Stilllegungsmaßnahmen der Stadt Frankfurt versucht, bei dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt einen Gesprächstermin zu bekommen.

Dem Präsidium ist sehr daran gelegen, darzulegen, wie wichtig die Bahn für den deutschen Galopprennsport und die deutsche Vollblutzucht ist. Es hat deshalb kein Verständnis dafür, dass bisher ein Gesprächstermin mit dem Oberbürgermeister nicht zustande gekommen ist. Der Dachverband wird alles daran setzen, für den Erhalt dieser wichtigen und in der Bevölkerung hoch angesehenen Galopprennbahn zu kämpfen. Er ist im engen Schulterschluss mit dem Vorstand des Frankfurter Renn-Klubs und seines Präsidenten, Herrn Hellwig, die selbstverständlich ebenfalls für den Erhalt der Rennbahn kämpfen.“

Der Tenor dieser späten Stellungnahme kann durchaus positiv verstanden werden, es stellt sich allerdings die Frage, ist der Zeitpunkt für eine  Reaktion um auf den Vorgang noch einwirken zu können nicht reichlich spät?

Dies wird wohl in den nächsten drei tagen beantwortet werden.

Es gab auch am 18ten März 2014 eine Stellungnahme der BV durch Herrn Ostermann.

„Die Besitzervereinigung bedankt sich sehr für Ihre Anfrage, die wir an das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen weitergeleitet haben.

Sie dürfen sicher sein, dass uns jeder Rennverein am Herzen liegt und wir alles daransetzen, dass jeder Standort erhalten bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag von Herrn Ostermann“

Daniel Krueger

Daniel Krueger

 

 

Wie ist nun diese Stellungnahme der BV im Kontext der Äußerungen 2005-2014 letztendlich zu bewerten ?